Wer Schatten küsst: Roman von Marc Levy

Klappentext

Liebe hat viele Gesichter – doch nur eines werden wir nie vergessen …

Als Kind stiehlt er die Schatten derer, die seinen Weg kreuzen – Freunde, Feinde und seine erste Liebe. Und erhält so Einblick in ihre Träume, Wünsche und Sorgen. Was soll er aber mit dieser Gabe anfangen, die ihn so verwirrt? Jahre später ist aus dem Schattendieb ein Arzt geworden. Hat er immer noch die Fähigkeit, die Sehnsüchte derer zu erahnen, die ihn umgeben? Erneut wird er mit der Frage konfrontiert: Kann er den Menschen dabei helfen, ihre Träume zu leben, statt ihr Leben zu träumen – und selbst das Glück und die Liebe finden?

Erster Satz

Ich hatte Angst vor der Nacht, Angst vor den Silhouetten, die sich in die abendlichen Schatten einschlichen, die mal in den Falten der Vorhänge, mal auf der Tapete des Schlafzimmers tanzten.

Meinung

„Wer Schatten küsst“ war mein erster Roman von Marc Levi und eine Mischung aus Liebesroman, Jugendbuch, Coming oft Agentur, Fantasy und Märchen.

Vielleicht ist zu viel Licht gefährlich für die Liebe, oder aber das Gegenteil ist der Fall, und die Liebe verblasst, wenn sie nicht genügend Licht bekommt, bis ihr Schatten ganz verschwunden ist.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil geht es um die Schulzeit des Ich-Erzählers, dessen Namen wir bis zum Schluss nicht erfahren. Hierbei bedient der Autor sich gerne an Klischees. Der Vater des Protagonisten verlässt die Familie, das Mädchen seiner Träume bändelt mit dem beliebtesten Jungen der Schule an und der Hausmeister wird sein bester Freund. Das ändert sich, als er bemerkt, dass er mit den Schatten seiner Mitmenschen kommunizieren und so von ihren Sorgen erfahren kann. Er findet Freunde, wird Klassensprecher und verliebt sich im Urlaub in ein anderes Mädchen.

Eltern altern nur bis zu einem bestimmten Moment, in dem sich ihr Bild in unserer Erinnerung verfestigt. Man muss bloß die Augen schließen und an sie denken, um sie für immer so zu sehen, wie sie waren, als würde die Liebe, die wir ihnen entgegenbringen, die Macht besitzen, die Zeit anzuhalten.

Im zweiten Teil studiert der Ich-Erzähler Medizin, lernt ein Mädchen kennen und animiert seinen besten Freund dazu, seine Träume zu leben. Letztlich überfordert ihn die „harte“ Erwachsenenwelt, in der alle außer ihm ihr Glück zu finden scheinen.

Nun fühlen sich gewisse Personen aber leider mehr an die Einhaltung irgendwelcher Regeln gebunden als an deren Sinn. Es ist schon verrückt, wie sehr sich Menschen, die keine Fantasie besitzen, durch Vorschriften geschützt fühlen.

Was mich beim Lesen wirklich beeindruckte, war die federleichte und gefühlvolle Sprache mit der Marc Levy seinen Roman erzählt ohne dabei kitschig zu sein. Auch wenn ich die Story ein wenig zu flach fand, stieß ich immer wieder auf poetische und lebenskluge Sätze, die mich mal zum Schmunzeln brachten und Mal zum Nachdenken anregten.

Aber es ist nun einmal so, dass sich in kleinen Provinznestern alles sofort herumspricht. Versessen auf das Leid der anderen, stürzen sich die Leute auf jedes Gerücht.

Ein kurzweiliges Buch für Freunde gefühlvoller Unterhaltung.

Liebste Szene

Es gibt Kleine Dinge, die man hinter sich lässt, Momente des Lebens, verankert im Staub der Zeit. Man kann versuchen, sie zu vergessen, doch, aneinandergereiht, ergeben diese Kleinigkeiten eine Kette, die einen an die Vergangenheit bindet.

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