Stirb, Romeo! Thriller von Stefan Keller

Klappentext

┬╗Wenn wir nicht wachsam sind, verlieren wir unsere Freiheit. Wir m├╝ssen Dinge tun, die nicht sch├Ân sind, damit Leute wie Sie in Frieden, Sicherheit und Freiheit leben k├Ânnen.┬ź

┬╗Was mich betrifft, habe ich nicht den Eindruck, dass Sie damit sehr erfolgreich sind.┬ź

Bonn, 1984. Vera Marx arbeitet als Sekret├Ąrin im Bundesverteidigungsministerium. Als sie den attraktiven Musiker Yannick Moreno kennenlernt, l├Ąsst sie sich auf eine Aff├Ąre mit ihm ein. Kurze Zeit sp├Ąter ger├Ąt sie ins Visier des BND. Moreno soll ein Stasi-Agent sein, ein sogenannter Romeo, auf sie angesetzt, um an geheime Informationen des Verteidigungsministeriums zu gelangen.

Vera ger├Ąt zwischen die Fronten des Kalten Krieges, in einen Machtkampf von Stasi und BND. Nur sie selbst kann in Ostberlin herausfinden, wem sie vertrauen darf ÔÇŽ

Erster Satz

Die Haust├╝r stand sperrangelweit auf.

Meinung

Mit “Stirb, Romeo!” ist Stefan Keller ein gro├čartiger Agenten-Thriller gegl├╝ckt, der im geteilten Deutschland der 1980er Jahre spielt. Was f├╝r die Hauptfigur Vera Marx mit einer Bef├Ârderung beginnt, wird┬á bald zu einer dramatischen Liebesgeschichte. Denn sie verliebt sich ausgerechnet in einen Romeo – einen Geheimagenten der DDR, der darauf spezialisiert ist, Frauen in der BRD zu verf├╝hren, um so an Informationen aus dem Westen zu gelangen. Als Vera merkt, dass sie als junge, gutaussehende und ungl├╝cklich verheiratete Mitarbeiterin des Bundesverteidigungsministeriums das perfekte Opfer ist, steht sie bereits vor den Tr├╝mmern ihres Lebens und wei├č nicht mehr, wem sie trauen kann und wem nicht.

Auch als Leser wird man immer wieder in die Irre gef├╝hrt, sodass man mit Vera mitleidet und ebenso wenig wie sie wei├č, wer auf ihrer Seite steht und wer nicht. Bald misstraut man allem und jedem, was nicht nur f├╝r nervenzerrei├čende Spannung sorgt, sondern auch einen Sog entstehen l├Ąsst, dem man nicht mehr entfliehen kann.

Der Alte lie├č die Arme sinken. Ohne Paul eines weiteren Blickes zu w├╝rdigen, ging er zur T├╝r.

“Eine Frage”, hielt Vera ihn auf, “wie hei├čen Sie eigentlich?”

Der Alte drehte sich um. “Manche haben kein Gesicht, andere haben keinen Namen, Frau Marx.”

“Man braucht beides, um im Leben zurechtzukommen”, erwiderte sie.

Er verbeugte sich leicht und machte auf dem Absatz kehrt. Sein Leibw├Ąchter folgte ihm.

“Stirb, Romeo!” g├Ânnt dem Leser sp├Ątestens ab dem zweiten Drittel keine Verschnaufpause mehr und geh├Ârt zu den spannendsten B├╝chern, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Zwar wei├č ich nicht, warum der Verlag das Buch als “Kriminalroman” anbietet, da Krimifans vermutlich ermittelnde Kommissare und die klassische Ermittlungsarbeit vermissen werden. Nichtsdestoweniger ein tolles Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte und das ich kaum aus der Hand legen konnte. Unbedingt lesen!

Liebste Szene

Er setzte sich ans Fenster. Neben ihm ein Servierwagen auf dem frische Br├Âtchen, Wurst, Marmelade und eine gro├če Karaffe grellgelber Orangensaft stand, ein seltsam irritierender Farbklecks inmitten dieser verwaschenen Farblosigkeit.


        

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