So wüst und schön sah ich noch keinen Tag: Jugendbuch von Elizabeth LaBan

Inhalt

An seinem ersten Schultag als Senior im renommierten Irving Internat hat Duncan nichts anderes als den »Schatz« seines Vorgängers und seinen Aufsatz zum Thema Tragödie im Kopf, den er zum Ende des Schuljahres würde abgeben müssen.

Eine Tradition der Schule ist es, dass die Senior Schüler des letzten Jahrgangs kleine Geschenke für ihre Nachfolger dalassen. Den sogenannten »Schatz«.

Duncan, der ausgerechnet das blödeste Zimmer von allen erwischt hat, ist zunächst wenig begeistert, einen ganzen Stapel CDs vorzufinden. Er hofft, dass sein Vorgänger seinen Geschmack zumindest teilweise trifft und ahnt noch nicht, dass Tim Macbeth nicht etwa Musik, sondern seine Sicht der Geschehnisse des letzten Schuljahres darauf gebrannt hat.

So lernt Duncan nicht nur etwas für sein eigenes Leben, sondern erfährt auch die Hintergründe der schrecklichen Ereignisse des Vorjahres.

Erster Satz

Als Duncan unter dem steinernen Torbogen hindurchging, der zu den Zimmern der ältesten Schüler führte, beschäftigten ihn zwei Dinge: welcher »Schatz« wohl für ihn hinterlegt worden war und sein Aufsatz zum Thema Tragödie.

Lesemotivation

Irgendwie hatte ich Lust, mal wieder ein Jugendbuch zu lesen und da kam die Leserunde von Lovelybooks genau richtig, zu der dieses Buch verlost wurde. Der Klappentext wie auch die Leseprobe hörten sich sehr interessant an. Also versuchte ich mein Glück.

Dass ich gleich mit meiner ersten Bewerbung zu einer Leserunde eingeladen wurde, freute mich ungemein.

An dieser Stelle möchte ich LovelyBooks und dem Hanser Verlag nochmals herzlich für das Leseexemplar danken!

Meinung

Auch wenn ich dank des interessanten Themas und des szenischen Schreibstils gut in die Geschichte reinkam, war ich zunächst geteilter Meinung.

Einerseits gefielen mir die Handlung und die Figuren sehr gut, sodass ich ohne Probleme in die Welt des Irving Internats einsteigen konnte. Bereits auf Seite 14 bekam ich das erste Mal eine Gänsehaut und war gespannt zu erfahren, welches Ereignis sich im letzten Schuljahr zugetragen hatte.

Andererseits geschahen für meinen Geschmack zu viele “Zufälle”, einige Passagen wirkten nicht ausgereift und oftmals konnte ich den Gedankensprüngen, sowie den sich plötzlich überschlagenden (und irgendwie hingeschluderten wirkenden) Ereignissen, nicht ganz folgen. Zudem reagierten die Hauptfiguren in manchen Situationen äußerst seltsam, sodass ich einfach nur verwirrt war und mich fragte – Warum?

Als Vanessa mich fragte, ob ich ein Stück mit ihr spazieren gehen wolle, zögerte ich tatsächlich, auch wenn es genau das war, was ich mir seit Wochen am meisten gewünscht hatte.

Von Anfang an war mir auch der Lehrer Mr. Simon mit seinen klugen Ratschlägen, selbstgebackenen Keksen und seinem Lieblingsspruch »Nun geht und verbreitete Schönheit und Licht« sehr sympathisch

Zum Schluss hin entwickelten sich aber viele Fäden überraschend anders, als ich es mir vorgestellt hätte und kam zu einem schönen Ende.

Liebster Satz

»Tut mir leid«, sagte ich, »meine Konstitution ist vielleicht nicht die beste, aber wenigstens bin ich charmant.«

Fazit

Insgesamt ein gelungenes Debüt mit einer interessanten Story und sympathischen Figuren, das mich äußerst zufrieden zurückgelassen hat.

Es gab ein paar Schwachstellen, was Aufbau, Logik und Nachvollziehbarkeit anging. An manchen Stellen war mir das Buch ein wenig zu dramatisch, zu patethisch, zu künstlich und zu klischeehaft. Kurz – zu amerikanisch. Aber damit muss man rechnen, wenn man ein Buch von einer amerikanischen Autorin liest.

Über den gesamten Roman hinweg werden immer wieder neue Fragen aufgeworfen, sodass mindestens ein Rätsel immer ungelöst blieb, was der Spannung sehr gut tat. Alles in allem wurden die brennendsten Fragen auf überraschende Art und Weise aufgelöst und der Leser durch nicht alltägliche Themen zum Nachdenken angeregt (zum Beispiel hatte ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, welche “Nebenwirkungen” Albinismus haben kann und ich war erschüttert, was manche Jugendliche zu tun bereit sind, nur um irgendwo dazuzugehören).


        
    

Buchtrailer

Teilen
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.