Septembersonne: Kurzgeschichte von Eva-Maria Farohi

Inhalt

Monika lernt auf einer Mallorca-Reise den verwitweten Antonio kennen. Der Mallorquiner zeigt ihr die Insel und schließt die Deutsche schon nach kurzer Zeit in sein Herz. Es dauert nicht lange, bis er Monika zu Freunden einlädt und sie seiner Familie vorstellt.

Zwar fühlt Monika sich in seiner Gegenwart wohl, ist von Antonios Gastfreundschaft aber gleichzeitig ein wenig überrumpelt.

Mit jedem Tag schließt auch sie den Mallorquiner fester in ihr Herz. Weiß dabei aber nur allzu gut, dass der Traum in wenigen Tagen wider vorbei sein wird. Dann geht nämlich ihr Flieger zurück ins kalte Düsseldorf.

Da stellt Antonio ihr eine Frage, die ihr Leben für immer verändern könnte.

Erster Satz

Sie lehnte an der kleinen Mauer und blickte zum Meer hinüber.

Lesemotivation

Da wir im Büro diese Woche einen Teamabend geplant hatten, zu dem ich nicht gerade einen 1000-Seiten-Wälzer mitschleppen wollte, las ich diese Kurzgeschichte als Zwischenlektüre.

Meinung

Eva-Maria Farohi hat mit Septembersonne eine kurzweilige Geschichte geschrieben, die mich zurück in meine Vergangenheit katapultiert hat. Denn von 2005 bis 2006 lebte ich für einige Monate auf der Deutschen Lieblingsinsel. Eine Zeit, die mit zu den schönsten in meinem Leben zählte und in die ich mich, dank der großartigen Landschaftsbeschreibungen problemlos zurückträumen konnte.

Der Autorin gelang es auf zauberhafte Weise, in mir eine sommerliche und leichte Stimmung zu erzeugen, sodass ich mich wie auf einer Kurzreise in den Süden fühlte.

Leider muss ich sagen, dass das einer von nur wenigen Punkten ist, die mir an Septembersonne gefallen haben.

Gute Ansätze waren da. Die Sprache etwa, die flüssig und gut zu lesen war. Ebenso die bereits gelobten Landschaftsbeschreibungen (die mir teilweise aber ein wenig zu sehr ins Detail gingen und über einige Strecken wirkliche Handlung vermissen ließen). Auch Antonio – der mir sofort sympathisch war und den ich sofort bildlich vor mir sah – gefiel mir gut. Ebenso die Spannung, die kurz vor Ende doch noch aufkeimte.

Alles andere konnte mich aber nicht so recht überzeugen.

Insbesondere Monika, die mir zu reserviert und zu kühl war und deren Handeln ich oftmals als unrealistisch empfand.

Im Ansatz mag das ja alles ganz schlüssig klingen – die kühlen und reservierten Deutschen, die einfach nicht abschalten können. Die Urlaubsstimmung, die dazu beiträgt, dass man sich nicht immer so rational verhält, wie das vielleicht zu Hause der Fall wäre.

Und trotzdem.

Irgendwie blieb mir Monika zu flach. Zu eindimensional und  auch leider  zu unsympathisch. Zudem hatte ich die ganze Zeit über nicht wirklich das Gefühl, dass Monikas Empfindungen für Antonio über ein freundschaftliches Verhältnis hinaus gehen und nahm ihr die plötzlichen Gefühle für den Mallorquiner nicht ab. Zwar mag es diese Liebe auf den ersten Blick geben und ich kann mir sogar vorstellen, dass man dafür im Urlaub sogar offener ist, als im Alltagsstress. Aber die läuft dann nicht so oberflächlich und fast ohne innere Konflikte ab.

Schlussendlich sind Emotionen, die bei mir nicht ankommen oder als unrealistisch empfunden werden – insbesondere bei einer Liebesgeschichte, die ja genau davon leben sollte – ein K.O.-Kriterium.

Auch der Schluss konnte mich nicht so recht überzeugen, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass jemand mit Monikas Hintergrund sich jemals so entscheiden würde, wie sie es getan hat. Selbst wenn das Ende die Erwartungen vieler Freunde von Liebesgeschichten erfüllen und sie somit glücklich stimmen dürfte, hätte – meiner Meinung nach – ein anderes Ende wesentlich realistischer gewirkt und mir Monika womöglich doch noch ein Stück näher gebracht. Ganz kurz hatte ich sogar die Hoffnung, dass die Autorin zu einem runden und realistischen Ende kommen würde, aber auch hier hatte ich mich – wie leider ziemlich oft bei der Lektüre von Septembersonne – zu früh gefreut.

Ärgerlich war das vor allem deswegen, weil wieder mal gute Ansätze vorhanden waren. Doch zu meinem Bedauern ließ Eva-Maria Farohi auch diese Chance ungenutzt verstreichen.

Die Punkte, die mir an der Geschichte gefallen haben, möchte ich auch in meiner Bewertung honorieren, aber mehr als 3 von 10 Punkten kann ich für diese KindleSingle leider nicht vergeben.

Schade.

Liebste Szene

Auf einem kleinen Hügel stand ein im typischen Fincastil erbautes Steingebäude Rundherum war nichts als Natur – ländliche Grundstücke, durch Trockenmauern begrenzt, Schafe, die auf der ausgedörrten Erde nach Gras suchten.

Feigenbäume wuchsen hier und knorrige Oliven und andere, mit mächtigen Kronen und langen gefiederten Blättern, dazwischen unzählige Mandelbäumchen. In der Ferne leutete das Meer, endlos weit erstreckte es sich, bis hin zum Horizont.



Teilen
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.