Opferraum: Psychothriller von Kirsten Wendt & Marcus Hünnebeck

Klappentext

Delias Ehe ist am Ende. Ihr Mann Gregor betrügt sie mit einer Jüngeren, und Delia glaubt, dass er mit ihrem Familienerbe durchbrennen will. Panisch sammelt sie Beweise für das Scheidungsverfahren, als sie endgültig zum Opfer wird. Von einem Fremden brutal verschleppt, findet sie sich eingesperrt in dessen Wohnung wieder. Was will der Entführer von ihr? Handelt er in Gregors Auftrag? Oder ist sie zufällig ins Visier eines unberechenbaren Psychopathen geraten? Während Delia nach Antworten sucht, hat der Kampf ums Überleben längst begonnen.

Erster Satz

Meine Hoffnung, keinem der Nachbarn zu begegnen, zerschlägt sich bereits, als ich die Haustür öffne.

 Lesemotivation

Kirsten Wendt und Marcus Hünnebeck konnten mich mit ihren jeweiligen Büchern gut unterhalten und auch die gemeinsam entstandenen Romane ließen sich flüssig lesen und gefielen mir gut. Als ich erfuhr, dass die beiden einen Thriller geschrieben haben, musste ich das Buch sofort kaufen.

Meinung

Nach meinem Kauf war ich sehr gespannt, wie Hünnebeck & Wendt der Wechsel ins Thrillerfach gelingen würde. Immerhin kommt der männliche Teil des Duos aus diesem Genre, sodass meine Erwartungen entsprechend hoch waren.

Genau wie die anderen Bücher der Autoren, lässt sich auch Opferraum sehr gut und flüssig lesen. Insbesondere die Dialoge gefielen mir sehr. Selten habe ich ein Buch gelesen, dessen Dialoge so realitätsnah waren: schnörkellos, geradeheraus, mit Ecken und Kanten versehen. Nicht so glattgeschliffen und perfekt, wie in den meisten Romanen.

Was die Story betrifft, musste ich oft an die Psychothriller von Joy Fielding und die frühen Romantic-Thriller von Tess Gerritsen denken, die mir leider überhaupt nicht gefielen. Genau wie in den Büchern der genannten Autorinnen, war mir auch in “Opferraum” die Handlung zu harmlos und zu vorhersehbar. Zu viel Romance und zu wenig Thriller. Alles dümpelte irgendwie vor sich hin und bot keinerlei Überraschungsmoment. Da man von Anfang an weiß, dass Simon Delia entführen möchte (und das Buch nicht Opferraum heißen würde, wenn ihm dies nicht gelänge), hätte ich vieles von dem was geschieht, bis es endlich soweit ist, nicht gebraucht. Dafür hätte ich mir von dem Opferraum mehr erhofft. Mehr überraschende Wendungen. Mehr Konflikte. Mehr Spannung.

Ich möchte nicht zu viel verraten, aber weniger Sex und mehr Glaubwürdigkeit hätten dem Roman, meiner Meinung nach, gut getan.

Kurz vor Schluss gab es tatsächlich spannende Momente, da man nicht wusste, was Gregor und Simon tun würden, denn dank des Verlaufs der Ereignisse war ihnen alles zuzutrauen. Wobei – Herzrasen und schweißnasse Hände habe ich leider auch dabei nicht bekommen.

Schade eigentlich. Dabei hatte ich mir so sehr gewünscht das Buch zu mögen und das dem Duo Hünnebeck & Wendt das gelingen kann, davon bin ich überzeugt. Vielleicht dann ja mit dem Nachfolger, der, laut eigener Aussage, der spannendste Roman werden soll, den die zwei je geschrieben haben.

Ich bin gespannt.

Liebste Szene

Überschwänglich nimmt er mich in den Arm und drückt mir einen Kuss auf den Hals. Dass ich die Lippen zusammenpresse, sieht er nicht. Unauffällig wische ich mit dem Handrücken über die Augen, um erneut aufsteigende Tränen wegzudrücken.

“Setz dich ruhig schon hin. Geht gleich los.”

Ich reiße mich zusammen und schenke uns Rotwein ein.

“Guten Appetit”, wünscht er und prostet mir zu. “Was für ein schöner Ausklang eines anstrengenden Tages. Du hast dir morgen deine Massage wirklich verdient, Liebling.”

Und du bist das größte Arschloch unter der Sonne.



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