Eines Tages, Baby: Poetry-Slam-Texte von Julia Engelmann

Klappentext

»Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.« Julia Engelmanns Slam-Beitrag »One Day« hat über Nacht eine Welle der Begeisterung ausgelöst und Millionen Fans im Netz gefunden. Ihre Message, Träume endlich in die Tat umzusetzen, trifft den Nerv der Zeit. Denn in jedem von uns steckt so viel mehr! Und diese mitreißende Energie zeichnet alle Texte in ihrem ersten Buch »Eines Tages, Baby« aus. Mal zart, mal kraftvoll und immer berührend, ruft Julia Engelmann dazu auf, mutig zu sein, das Glück zu suchen und das Leben zu leben, bevor es zu spät ist – »Los!, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen.« – Mit Illustrationen von Julia Engelmann

Lesemotivation

Wie viele andere, habe auch ich Julia Engelmann durch ihren viralen YouTube-Hit “One Day / Reckoning Text” kennengelernt, in dem die sympathische Blondine ihr Gedicht beim 5. Bielefelder Hörsaal-Slam vorträgt. Der lustig-ironisch-melancholisch-nachdenklich-verlorenwirkende Beitrag hatte einen Nerv bei mir getroffen, der mich ihr Buch sofort kaufen

Meinung

Mit “Eines Tages, Baby” hat Julia Engelmann geschafft, was schon lange niemandem mehr gelang – die angestaubte Kunst des Dichtens wieder populär zu machen. Sogar ganze Hallen vermag sie mittlerweile, dank der ihr ganz eigenen Art des Gedichte-Vortragens, zu füllen. Alleine dafür hätte die junge Autorin schon ein großes DANKESCHÖN verdient.  Doch damit würde man vergessen zu erwähnen, dass die Gedichte der jungen Bremerin richtig gut sind und nicht nur bei Kritikern, sondern vor allem bei den Lesern genau ins Schwarze treffen.

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, muss ich unweigerlich an die Gedichte denken, die ich in all den Jahren auswendig lernen musste. Egal ob “Die Bürgschaft”, “Der Zauberlehrling” oder”Der Erlkönig” – alles tolle Gedichte und echte Klassiker, die mir zwar gut gefallen haben, aber nicht wirklich etwas mit mir und meinem Leben zu tun hatten.

Ganz anders die Gedichte von Julia Engelmann. Darin erkenn ich mich selbst wieder. Und zwar, weil sie nicht schon Hunderte von Jahren alt sind, sondern von einer modernen jungen Frau geschrieben wurden, die ähnliche Fragen an die Welt und das Leben hat, sich vor den gleichen Dingen fürchtet und dasselbe anstrebt, wie ich selbst.

Irgendwann wär ich gern stark

und ein bisschen weniger ironisch,

vielleicht ein bisschen mehr bei mir,

nicht ganz so melankomisch.

Irgendwann wär ich gern alt

und vielleicht ein bisschen weise,

ich weiß noch nicht, wie bald,

und noch nicht, auf welche Weise,

ich weiß, ich wär gern nicht allein,

und gesund sein wär vorzüglich,

und ich wünsche mir vor allem

ich wär dann ein bisschen glücklich.

Was man über Julia Engelmann, den Inhalt und den Sound ihrer Gedichte (der mir manchmal leider etwas zu leierkastenhaft war) auch denken mag, “Eines Tages, Baby” hat die deutsche Literaturlandschaft aufgemischt. Und das muss man erst mal fertig bringen.

Liebste Zeilen

Und es geht doch um den Inhalt,

viel mehr als um die Form,

es geht um den Einzelfall

viel mehr als um die Norm,

es geht nicht um Physik,

es geht um Fantasie,

vor allem geht’s ums Was –

viel mehr als um da Wie.


        
    

Buchtrailer

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