Der Schinder: Thriller von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler

Klappentext

Was, wenn jemand eine Rechnung mit dir offen hat?

Was, wenn dieser Jemand ein Serienmörder ist?

Maxim Winterberg kann sich an nichts mehr erinnern. Der ehemals anerkannte Folterexperte und Mitarbeiter der Polizei ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Dennoch ruft Kommissarin Daria Storm ihn zur Hilfe, als an verlassenen Orten auf einmal grausam zugerichtete Leichen gefunden werden. Die Toten tragen die Handschrift des Schinders, eines Serienmörders, der vor zwei Jahren sein Unwesen trieb und dann spurlos verschwand. Doch jetzt ist er zurück und eine Hetzjagd durch die Ruinen Berlins nimmt ihren Lauf. Zu spät verstehen Maxim und Daria, dass sie absolut niemandem vertrauen dürfen …

Erster Satz

Ich lehnte an einem der Tische und schaute ihm zu.

Lesemotivation

Nach der Lektüre von Das Lächeln der Frauen, war mir nach einem Thriller. Ich wollte gepackt, auf die Folter gespannt und gut unterhalten werden. Das alles und mehr fand ich in diesem Buch.

Meinung

Der Schinder war eines der besten, aber auch mit Abstand das brutalste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Desöfteren musste ich Szenen abbrechen und in mehreren Etappen lesen, weil mir schlecht oder schwarz vor Augen wurde. Daher empfehle ich dieses Buch ausdrücklich nur Leserinnen und Lesern mit starken Nerven und resistentem Magen. Denn in allen Einzelheiten zu lesen, wie einem Menschen bei lebendigem Leib die Haut abgezogen wird, ist wirklich alles andere als lecker.

… Sie glauben gar nicht, was man einem Menschen alles stiehlt, wenn man ihm die Haut nimmt.

Wer durchhält wird im Gegenzug mit einer tollen Story voller überraschender Wendungen belohnt, die – im Gegensatz zu vielen anderen Thrillern – nicht unnötig in die Länge gezogen und daher nie langweilig wird.

Sehr interessant fand ich auch die Szenen, die aus Sicht des Mörders geschildert wurden und die die kranke Gedankengänge einer kranken Psyche (fast schon nachvollziehbar) ans Tageslicht bringen.

Sie hatte es wohl eilig, nach Hause zu kommen. Oder sie hatte bereits bemerkt, dass sie verfolgt wurde. Andererseits bemerken sie das nie … Es fühlt sich fast an, als hätten die Menschen jedes Gespür für aufziehende Gefahr verlernt. Die meisten sind vollkommen unbewaffnet, wenn ich sie spät abends oder nachts überfalle. Naiv wie Lämmchen, die verträumt über die Weide tapsen und nicht bemerken, wie sich der Fuchs nähert. Dabei ist es so verdammt wichtig, zu wissen, wann es gefährlich wird.

Ein tolles Buch und eine absolute Empfehlung. Vor allem für die kalte Jahreszeit.

Liebste Szene

Das Erste, was ihr auffiel, war die Kälte. Der dichte Staub, der durch die Luft waberte, schien das Sonnenlicht abzufangen. Der Flur, der sich zu beiden Seiten erstreckte, mit Türen auf der einen und Fenstern auf der anderen Seite, war in einen Sepiaton getaucht. Wie ein ausgeblichenes Foto, als hingen die alten Heilstätten in der Vergangenheit fest.


        

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