Das Flüstern der Schatten: Roman von Jan-Philipp Sendker

Klappentext

Seit dem tragischen Tod seines Sohnes lebt Paul auf einer kleinen Insel vor Hongkong. Er hängt seinen Erinnerungen nach und meidet Kontakt zu anderen Menschen. Auch die engelsgleiche Geduld und das Liebeswerben von Christine Wu prallen an ihm ab. Als Paul die Bekanntschaft einer Amerikanerin macht, deren Sohn in China ermordet wurde, rührt ihre Verzweiflung über den Verlust an seinem eigenen Trauma. Zuerst scheut er davor zurück, sich an der Aufklärung zu beteiligen. Als er sich doch dafür entscheidet, öffnet sich ihm im Angesicht dieser Herausforderung ein Pfad zurück ins Leben und zur Liebe.

Erster Satz

Er war ein schmächtiges Kind.

 Lesemotivation

Vor einigen Jahren empfahl mir eine Kollegin den Roman “Das Herzenhören”, weil das eines der liebsten Bücher ihre Familie sei. Seither dümpelte es auf meinem Wunschzettel herum, wo ich es aber immer weiter nach hinten verschob.

Als es vor einigen Wochen “Das Flüstern der Schatten” zum reduzierten Preis bei Amazon gab, schlug ich sofort zu und wollte plötzlich unbedingt den Schreibstil des Autors kennenlernen.

Meinung

Als Paul seinen Sohn an Krebs verliert, zerbricht seine Welt. Kurz darauf trennt sich auch noch seine Frau von ihm, sodass er sich auf eine Insel in der Nähe von Hong-Kong zurückzieht. Paul vergräbt sich in seine Trauer und geht kaum noch unter Menschen. Lediglich seinen Freund David trifft er ab und zu. Einmal im Jahr wandert er zudem auf den Peak, so wie er es seinem Sohn versprochen hat. Nirgendwo fühlt er sich seinem Jungen so nah, wie auf dem Berg.

Eines Tages trifft er dort auf ein amerikanisches Ehepaar, das ihn ungewollt in einen Kriminalfall verwickelt, der nicht nur sein Vertrauen in David erschüttern, sondern auch für ihn selbst gefährlich werden wird. Nebenbei erfährt er einiges über die chinesische Kultur und schafft es schließlich über den Tod seines Sohnes hinweg zu kommen.

 

Trauer hat so viele Gesichter, wie es Menschen gibt, dachte David. Das hatte sie mit der Liebe

Jan-Philipp Sendker hat ein berührendes Buch geschrieben, das den Leser zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt.

Der erste Band seiner China-Trilogie (dessen dritter Teil unlängst erschien) ist ein  kluges Buch, das nicht nur einen Liebesroman mit einem Krimi paart, sondern auch vor positiver Energie und Lebensweisheiten strotzt.

Denn die Wahrheit kann viel bewirken: Sie kann heilen. Sie kann trösten. Sie kann uns beflügeln, ja uns fast übermenschlichte Kräfte verleihen. Aber sie kann auch genau das Gegenteil ausrichten: Sie kann Ehen zerstören. Freunde für immer entzweien. Regierungen stürzen. Kriege auslösen. Mit anderen Worten: Sie hat ihren Preis.

Dem Autor gelingt es dabei nicht nur hinter die Köpfe seiner Figuren zu blicken, sondern sich direkt in das Herz seiner Leserinnen und Leser zu schreiben.

Liebste Szene

Schreiben hilft wirklich. Es hilft gegen Einsamkeit. Es hilft gegen Angst. Gegen den Terror des Vergessens. Gegen die Melancholie des Alltags. Schreiben besitzt eine geradezu magische Kraft, ich benötige nichts außer einem leeren Blatt Papier und meinen Bleistift.


        
    

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