Budapest: 4 Tage in der Donaumetropole

Anreise

Flugzeug

Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lĂ€sst sich Budapest am bequemsten per Flugzeug erreichen. Die großen FlughĂ€fen aller drei LĂ€nder unterhalten regelmĂ€ĂŸige Verbindungen in die Hauptstadt Ungarns. Die Flugzeit betrĂ€gt in der Regel unter 2 Stunden. Von MĂŒnchen aus sogar nur etwas ĂŒber eine und von Wien aus circa eine Dreiviertelstunde.

Der internationale Flughafen Budapest Liszt Ferenc (Budapest Liszt Ferenc Nemzetközi RepĂŒlƑtĂ©r) befindet sich im sĂŒdöstlichen XVIII. Bezirk der Donaumetropole, etwa 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln (etwa mit der Schnellbuslinie 200E und anschließendem Umstieg in die Metrolinie M3) dauert die Fahrt zum Westbahnhof (Nyugati pĂĄlyaudvar) etwa eine Stunde. Mit dem Zug und dem Taxi muss man circa ein halbe Stunde Fahrzeit einplanen.

Fernbus

Von vielen deutschen GroßstĂ€dten fahren auch regelmĂ€ĂŸig Fernbusse nach Budapest. Allerdings dauert die Fahrt mindestens 10 Stunden und ist meist nicht wesentlich gĂŒnstiger als ein Flug oder ein Zugticket. Wer dennoch gerne mit dem Bus reist, benötigt von Berlin und Köln etwa 15, von Hamburg 20 und von Dresden und MĂŒnchen knapp 10 Stunden.

Lohnend ist die Fahrt etwa von Wien, von wo man nur etwa 3,5 Stunden benötigt und – mit etwas GlĂŒck – nicht einmal 15 Euro fĂŒr die Fahrkarte zahlt.

Bahn

Budapest Ostbahnhof (Keleti pĂĄlyaudvar)

Nach langem hin und her ĂŒberlegen, entschieden wir uns fĂŒr die Bahn. Einer Freundin, die unter Flugangst leidet war das natĂŒrlich Recht, aber auch wir vier anderen waren von der Idee ĂŒberzeugt, nachdem ein Flug – selbst mit der Billigairline Wizzair – um einiges teurer gewesen wĂ€re.

Also fuhren wir am Karfreitag frĂŒh morgens um 1:30 los und begaben uns auf eine knapp dreizehnstĂŒndige Bahnfahrt, die uns allen im Vorhinein gehörigen Respekt einflĂ¶ĂŸte.

Zum GlĂŒck verlief aber alles nach Plan. Auf der Fahrt nach MĂŒnchen konnten wir ein wenig Schlaf nachholen und uns dort – dank eines einstĂŒndigen Aufenthaltes – mit einem ausgiebigen FrĂŒhstĂŒck stĂ€rken. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nicht einmal die HĂ€lfte hinter uns und konnten uns nicht vorstellen, wie wir die restlichen 7,5 Stunden Bahnhfahrt ĂŒberstehen sollten. GlĂŒcklicherweise lernten wir im Railjet eine ungarische Studentin kennen, die uns viele Tipps und wertvolle Informationen zu ihrer Heimatstadt und deren SehenswĂŒrdigkeiten geben konnte. Dadurch wurde auch die letzte Etappe unserer Anreise einigermaßen ertrĂ€glich, wobei fĂŒr einen Teil unserer Reisegruppe feststand – per Zug nach Budapest? Nie wieder!

Wer es trotzdem einmal ausprobieren möchte, benötigt von Berlin, Köln, Basel und ZĂŒrich  etwa 12, von Hamburg circa 13 und von Stuttgart und Frankfurt 10 Stunden. Von Salzburg dauert die Bahnfahrt etwa 6 und von Wien knapp 3 Stunden.

Unterkunft: Elit Hotel

Elit Hotel Budapest

Zu unseren Reisedaten war das Elit Hotel eine der preiswertesten UnterkĂŒnfte in Budapest. Zwar lag es etwas außerhalb, dafĂŒr aber nicht weit vom Ostbahnhof (Keleti pĂĄlyaudvar) entfernt. Ein paar zentrumsnĂ€here Hotels zu etwas höheren Preisen waren ebenfalls in der engeren Auswahl. Da wir nach einem halben Tag im Zug aber keine Lust hatten, noch großartig durch die Stadt zu gondeln, um unser Hotel zu beziehen, entschieden wir uns fĂŒr diese 3-Sterne-Unterkunft in der RĂĄkĂłczi Ășt 67.

FĂŒr 2 Doppelzimmer und 2 Einzelzimmer zahlten wir knapp 620 Euro.

Ankunft

Am frĂŒhen Nachmittag kamen wir glĂŒcklich, aber ziemlich mĂŒde, in Budapest an. Das Hotel fanden wir ohne Probleme (vom Ostbahnhof einfach immer der Hauptstraße folgen; es liegt unmittelbar neben ALDI).

Die VerstĂ€ndigung auf Englisch funktionierte ebenfalls problemlos (ein Mitarbeiter sprach sogar Deutsch) und die Zimmer waren schnell bezogen. Leider ging eines der Einzelzimmer in den (zwar wunderschönen, aber stark frequentierten) Innenhof hinaus, durch den alle HotelgĂ€ste mussten, wenn sie in ihr Zimmer wollten. Die Freundin, die dort ĂŒbernachtete, fand in der ersten Nacht kaum Schlaf, gewöhnte sich aber schnell an den nĂ€chtlichen GerĂ€uschpegel.

Ansonsten boten die Zimmer alles was man so brauchte. Vom eigenen Badezimmer, ĂŒber HandtĂŒcher und einen KĂŒhlschrank bis hin zu Föhn und Kosmetikartikeln. Das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis stimmte.

FrĂŒhstĂŒck

Jeden Morgen von 7 – 10 Uhr wurde das FrĂŒhstĂŒck fĂŒr 5 € pro Person und Nacht (bzw. 1.500 HUF) im Keller des Hotels serviert. Dieses war nicht im Zimmerpreis enthalten und musste beim Check-Out bar bezahlt werden. Unsere höfliche Anfrage, ob wir das FrĂŒhstĂŒck auch per Karte zahlen konnten, wurde abgelehnt, doch zum GlĂŒck war der nĂ€chste Geldautomat nicht weit entfernt.

Neben einer ausreichenden Auswahl an Wurst, KĂ€ste und Brot gab es Obst, Spiegeleier, Joghurt und WĂŒrste. Außerdem MĂŒsli, verschiedene Sorten SĂ€fte, sowie Kaffee, Tee und Kakao.

Alles schmeckte ganz in Ordnung, war aber keine kulinarische Offenbarung. Um den ersten Hunger zu stillen und sich fĂŒr das Sightseeing zu stĂ€rken reichte es aber vollkommen aus.

Lage

Das Hotel befindet sich in der RĂĄkĂłczi Ășt 67, etwa 200 Meter vom Ostbahnhof (Keleti pĂĄlyaudvar) entfernt (wo neben ZĂŒgen in alle möglichen Himmelsrichtungen, auch die Metrolinien M2 und M4 abfahren) und in unmittelbarer Nachbarschaft mehrerer SupermĂ€rkte, verschiedenen GeschĂ€ften und Restaurants.

Es liegt gerade noch so im Budapester VIII. Bezirk Josefstadt (JĂłzsefvĂĄros) und grenzt an die Elisabethstadt (ErzsĂ©betvĂĄros bzw. VII. Bezirk), sowie die Stefanswiese (IstvĂĄnmezƑ) die zum Budapester XIV. Bezirk ZuglĂł (Lerchenfeld) gehört.

In die Innenstadt (Haltestelle Opera) sind es 1,8 Kilometer (etwa 20 Minuten mit den Metros M1 und M2), zum Burgberg (Haltestelle BatthyĂĄnyi tĂ©r) 4,1 Kilometer (14 Minuten mit der Metro M2), zur großen Synagoge (Haltestelle Astoria) 1,4 Kilometer (9 Minuten mit der M2) und zum ParlamentsgebĂ€ude (Haltestelle KĂĄlvin tĂ©r), die man mit der Metrolinie M4 in 10 Minuten erreicht) etwa 2 Kilometer.

Wer gut zu Fuß ist, kann die Stadt, so wie wir, aber auch leicht per Pedes erkunden, wodurch man ein ganz anderes Budapest kennenlernt, als wenn man mit der Metro von SehenswĂŒrdigkeit zu SehenswĂŒrdigkeit gondelt. Viele kleine GeschĂ€fte, nette CafĂ©s und tolle Menschen hĂ€tten wir wohl nie kennengelernt, wenn wir ĂŒberall mit der Metro hingefahren wĂ€ren.

Um Zeit zu sparen und auch mal weiter raus zu kommen, fuhren wir dann aber doch hin und wieder mit der Metro. Die Anbindungen waren optimal und wir konnten alle wichtigen SehenswĂŒrdigkeiten problemlos erreichen.



Booking.com

Reiseverlauf

Tag 1: Erste Orientierung (ErzsĂ©betvĂĄros, jĂŒdisches Viertel und ungarische SpezialitĂ€ten)

Nachdem wir unsere Koffer im Hotel abgestellt und uns kurz frisch gemacht hatten, begannen wir damit, die nĂ€here Umgebung des Hotels zu erkunden. Da uns alle sowohl die Elisabethstadt, als auch das jĂŒdische Viertel reizte und beides fußlĂ€ufig zu erreichen war, begannen wir unser Sightseeing dort.

Hierzu folgten wir zunĂ€chst der RĂĄkĂłczi Ășt bis zur Abzweigung KĂĄroly krt (Metro-Haltestelle Astoria). Anschließend bogen wir die erste Straße rechts ab, bis wir zur großen Synagoge kamen. Was wir nicht bedacht hatten – das grĂ¶ĂŸte jĂŒdische Gebetshaus Europas (und das, nach der Synagoge von New York, zweitgrĂ¶ĂŸte jĂŒdische Gebetshaus der Welt) schloss freitags bereits um 15:30. Somit standen wir vor verschlossenen TĂŒren und konnten das beeindruckende GebĂ€ude aus gelben und roten Ziegeln mit seinen goldverzierten ZwiebeltĂŒrmen, sowie den angrenzenden Friedhof, leider nur von außen betrachten.

Die Synagoge in Budapest – das grĂ¶ĂŸte jĂŒdische Gebetshaus Europas

Da sich mittlerweile bei uns allen ein, mehr oder weniger starkes, HungergefĂŒhl breitgemacht hatte, stĂ€rkten wir uns nahe der Synagoge bei Street Food KaravĂĄn Budapest (Kazinczy utca 18). Den Hinterhof mit (teilweise veganen) Fastfood-Gerichten, wie Burgern, Thai-Curry und Knödeln, die unter freiem Himmel aus WohnwĂ€gen heraus verkauft wurden, entdeckten wir nur zufĂ€llig, da er nicht im ReisefĂŒhrer verzeichnet war. Die Burger, die wir dort aßen, schmeckten zwar sehr gut, die Preise empfanden wir aber als ein wenig ĂŒberzogen. Trotzdem wĂŒrde ich jedem Budapest-Besucher empfehlen, dort mindestens einmal essen zu gehen und die gemĂŒtliche Hinterhof-AtmosphĂ€re, sowie das alternativ angehauchte Publikum, auf sich wirken zu lassen. Nirgendwo in der ungarischen Hauptstadt habe ich etwas Vergleichbares gefunden.

Street Food KaravĂĄn Budapest

Geöffnet ist Street Food KaravĂĄn Budapest tĂ€glich ab 11:30. Donnerstag – Samstag schließt der Hinterhof um 2:00, ansonsten um 0:00 Uhr.

Anschließend hatten wir noch genĂŒgend Zeit, um die großartigen JugendstilgebĂ€ude, fĂŒr die Budapest und insbesondere die ErzsĂ©betvĂĄros bekannt sind, zu bestaunen und uns in den kleinen CafĂ©s und GeschĂ€ften zu tummeln, von denen es im Quadrat RĂĄkĂłczi Ășt, KĂĄroly krt, AndrĂĄssy Ășt und ErzsĂ©bet krt nur so wimmelt.

Jugendstil in Budapest

Am Abend hatten wir ziemlich viel gesehen, uns mit dem besten Baumstriezel, den ich je gegessen habe gestĂ€rkt und kehrten in das Restaurant Vadas Kamra unweit unseres Hotels ein. Dort ließen wir den ersten Tag bei deftigem ungarischem Essen ausklingen. Das urige Restaurant, in das wir ohne den Tipp von TripAdvisor sicher nicht gegangen wĂ€ren, sieht von außen eher zwielichtig aus und befindet sich in einem Gewölbekeller in der AlsĂłerdösor utca 1B. Geöffnet ist es Mo – Sa von 11 bis 22 Uhr.

Tag 2: Pest (Parlament, St-Stephans-Basilika und Shopping)

Die große Markthalle (Nagycsarnok) von Budapest

Am nĂ€chsten wollten wir das ParlamentsgebĂ€ude besuchen, welches fĂŒr mich DAS Wahrzeichen Budapests ist. ZunĂ€chst fuhren wir aber zur großen Markthalle (Nagycsarnok), wo wir, gemeinsam mit den Einheimischen, etwas Obst und GemĂŒse fĂŒr den Tag einkauften und ebenso, wie unzĂ€hlige andere Touristen, die Souvenirs in der oberen Etage bestaunten. Nach gut einer Stunde hatten wir alles erledigt, uns mit frisch gepressten FruchtsĂ€ften gestĂ€rkt und die ersten Souvenirs gekauft.

Mit der Straßenbahn ging es zum Országház, wie die Ungarn den Sitz ihres, im neugotischen Stil erbauten, Parlaments nennen.

ParlamentsgebÀude (Orszåghåz) in Budapeste

Selten hat mich ein GebĂ€ude so beeindruckt wie der riesige, palastĂ€hnliche Bau mit seiner strahlend weißen Fassade, die von etlichen Giebeln und TĂŒrmen gekrönt wird.

Leider waren fĂŒr diesen und den nĂ€chsten Tag keine Karten mehr zu bekommen. Wer das ParlamentsgebĂ€ude also von innen besichtigen möchte, der sollte sich am besten schon vorab Tickets im Internet reservieren. Ansonsten kann es schwierig werden.

Nachdem wir unsere Eintrittskarten fĂŒr den ĂŒbernĂ€chsten Tag reserviert und den Hinweis bekommen hatten, dass wir pĂŒnktlich da sein sollten (weil die Karten sonst anderweitig verkauft werden), spazierten wir an der Donau entlang zu dem beeindruckenden und zutiefst ergreifenden Mahnmal Schuhe am Donauufer (CipƑk a Duna-parton).

Mahnmal Schuhe am Donauufer (CipƑk a Duna-parton)

Die 2005 gestaltete Uferpromenade in unmittelbarer NĂ€he zum Parlament und der Akademie der Wissenschaften, soll an die Pogrome erinnern, die wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs an ungarischen Juden begangen wurden. Beim Anblick der auf einer LĂ€nge von 40 Metern verstreuten Schuhpaare aus Metall, stockte mir der Atem, weil ich das GefĂŒhl hatte, dass die Besitzer der Schuhe, bald zurĂŒckkommen wĂŒrden, wohlwissend, dass sie, zwischen 1944 und 1945 von den Pfeilkreuzlern am Donauufer zusammengepfercht und dort erschossen worden waren.

Etwa einen Kilometer und einen 20 minĂŒtigen Spaziergang durch ein elegantes Viertel voll JugendstilhĂ€user entfernt, standen wir vor der St.-Stephans-Basilika (Szent IstvĂĄn-bazilika), der grĂ¶ĂŸten Kirche Budapests.

St.-Stephans-Basilika (Szent IstvĂĄn-bazilika)

Sowohl das kolossale Äußere, als auch ihre prunkvolle Innenausstattung wĂ€ren Grund genug fĂŒr einen Besuch. Bekannt ist die Kirche vor allem durch ihre Reliquien, zu welchen etwa die rechte Hand des Nationalheiligen König Stephan zĂ€hlt. Diese sind entsprechend gut besucht, weshalb man ein wenig Zeit mitbringen sollte, wenn man sich in die Schlange der Wartenden einreihen möchte.

Anschließend kann man die Balustrade der Kuppel zu Fuß erklimmen oder sich mit dem Aufzug bequem nach oben chauffieren lassen und eine grandiose Aussicht auf die ungarische Hauptstadt genießen.

In der OktĂłber 6 Ășt 22 besuchten wir danach das Strudel Haus (ElsƑ Pesti RĂ©teshĂĄz) und aßen in stilvollem Ambiente sowohl herzhafte, als auch sĂŒĂŸe Variationen der leckeren Mehlspeise. Die Herstellung direkt im Restaurant ist sehr sehenswert und macht aus einem normalen Restaurantbesuch ein Erlebnis (auch wenn man den Kellnern, aufgrund der vielen Besucher, etwas mehr Zeit als ĂŒblich einrĂ€umen sollte).

Der restliche Tag war intensivem Shopping in der Pester Innenstadt vorbehalten, von wo jeder einzelne von uns mit tĂŒtenweise Souvenirs, Kleidung und Lebensmittel nach Hause schleppte.

Den Abend wollten wir dann in einem urigen Restaurant in der NĂ€he unseres Hotels ausklingen lassen, in dem es neben traditioneller ungarischer KĂŒche auch Live-Musik geben sollte. Leider war das HuszĂĄr am II. Janos Pal papa ter 22 fĂŒr diesen Abend bereits ausgebucht, weswegen wir in der, nur wenige Meter entfernten, CsĂŒlök CsĂĄrda (Berzsenyi DĂĄniel utca 4) landeten. Dort verbrachten wir einen wunderschönen Abend und aßen das SchĂ€rfste Gulasch unseres Lebens und das beste Essen unseres Budapest-Trips. Nur die muffige Einrichtung trĂŒbte dieses Bild ein wenig, wurde aber durch die herzensgute Bedienung wieder Wettgemacht.

Tag 3: Buda (Burgberg und Gellertberg)

Uns allen war klar, dass das der Besuch des Burgviertels der anstrengendste Teil unserer Reise werden wĂŒrde. Wir hatten so viel vor, dass wir am nĂ€chsten Morgen direkt nach dem FrĂŒhstĂŒck mit der Metrolinie M2 zum BatthyĂĄny tĂ©r fuhren, von wo wir zunĂ€chst den Burgberg und anschließend den Gellertberg erklimmen wollten.

Burgberg

Übersichtsplan des Burgviertels (Budai Várnegyed)

Das Burgviertel (Budai VĂĄrnegyed) entstand, als die ungarischen Könige sich ĂŒberlegten, an der SĂŒdspitze des strategisch bedeutsamen HĂŒgels eine Burg zu errichten. Aus der Burg Buda entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der Burgpalast (BudavĂĄri palota). Er beherbergt heute mehrere Museen, ist das grĂ¶ĂŸte GebĂ€ude Ungarns und eine der beliebtesten SehenswĂŒrdigkeiten des Landes.

Parallel zur Burg Buda wurde im Norden des 168 Meter hohen Kalksteinplateaus mit dem Bau der Budaer Altstadt begonnen, die neben dem historischen Stadtkern unter anderem auch die Matthiaskirche (MĂĄtyĂĄs-templom) und die Fischerbastei (HalĂĄszbĂĄstya) beherbergt.

Im Laufe der Geschichte wurde das Burgviertel zwei Mal fast vollstĂ€ndig zerstört. Erstmals im 16. Jahrhundert wĂ€hrend der TĂŒrkenkriege, wonach das Viertel im Barocken Stil  wiederaufgebaut wurde und dadurch sein heutiges Gesicht erhielt, das auch beim Wiederaufbau nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs, beibehalten wurde.

Auch wenn die Anreise mit der Standseilbahn (BudavĂĄri SiklĂł) reizvoll gewesen wĂ€re, entschieden wir uns fĂŒr den gut ausgeschilderten Fußweg, der uns direkt zum Wiener Tor (BĂ©csi kapu) im Ă€ußersten Norden des Viertels fĂŒhrte.

Kaum hatten wir das Stadttor durchschritten, fĂŒhlten wir uns in eine andere Zeit zurĂŒckversetzt und konnten von Beginn an die Faszination nachvollziehen, die das Burgviertel bis heute auf Millionen von Touristen ausĂŒbt.

Nach einigen hundert Metern öffnete sich vor uns der Dreifaltigkeitsplatz (SzenthĂĄromsĂĄg tĂ©r) mit der beeindruckenden Matthiaskirche. Das farbenfrohe Dach der Krönungskirche von Karl I. Robert von Anjou, Franz Joseph I., sowie Karl IV., war schon von Weitem erkennbar und ließ die Vorfreude mit jedem Schritt steigen.

Matthiaskirche (MĂĄtyĂĄs-templom)

Nachdem wir uns an den HĂ€uschen gegenĂŒber des Eingangs Tickets fĂŒr die Besichtigung besorgt hatten (1.500 HUF fĂŒr Erwachsene), schauten wir uns zunĂ€chst noch die Fischerbastei an. Das neoromanische Monument steht an der Stelle des alten Fischmarkts von Buda und beeindruckt mit seinen konischen TĂŒrmen. Der Ausblick auf Pest, die Donau und die Margareteninsel ist beeindruckend und nicht umsonst eines der beliebtesten Fotomotive Budapests.

Fischerbastei (HalĂĄszbĂĄstya)
Blick auf Budapest und die Donau

Im Souvenirladen, am Fuße der geschwungenen Treppen, wollten wir uns eigentlich  nur etwas zu trinken kaufen, nahmen dann aber noch PaprikagewĂŒrz und andere Köstlichkeiten fĂŒr zu Hause mit, ehe wir uns die Matthiaskirche von innen ansahen. Um ehrlich zu sein, hatte ich nach der Besichtigung der Stephansbasilika am Vortag nicht viel erwartet, wurde von meinen Mitreisenden aber glĂŒcklicherweise ĂŒberredet, die 1.500 HUF zu investieren.

Selten habe ich eine Kirche gesehen, die so viel Sehenswertes bot. Neben den wunderschönen Fresken, der Orgel, dem prunkvollen Hauptaltar und dem Marientor, beherbergte sie auch eine Statue von Königin Elisabeth, sowie eine Kopie der Stephanskrone.

Fresken in der Matthiaskirche
Replik der Stephanskrone in der Budapester Matthiaskirche

Anschließend stĂ€rkten wir uns in der legendĂ€ren Konditorei Ruszwurm (Ruszwurm CukrĂĄszda), die vor allem mit ihrem Interieur aus dem frĂŒhen 19. Jahrhundert besticht. Nur mit GlĂŒck konnten wir einen Platz ergattern und uns den Kaffee mit Dobostorte schmecken lassen. Das winzige CafĂ© war aber so ĂŒberlaufen, dass wir nicht lĂ€nger als notwendig bleiben wollten.

Dobostorte in der legendÀren Konditorei Ruszwurm (Ruszwurm Cukråszda)

Von dort war es nur ein Katzensprung bis zum Burglabyrinth (BudavĂĄri Labirintus), das im ReisefĂŒhrer als eines der Highlights auf dem Burgberg angepriesen wurde.

Die verschiedenen Labyrinthe des kilometerlangen Höhlensystems zu erkunden und nebenbei noch etwas ĂŒber die Geschichte, dieses beklemmenden Ortes zu erfahren, kann ich jedem Budapest-Besucher nur ans Herz legen. Man sollte in etwa eine Stunde einplanen, um dieses unterirdische Labyrinth auf sich wirken zu lassen, in dem angeblich sogar der legendĂ€re Graf Dracula einst eingesperrt war und sein Unwesen trieb.

Endlich wieder am Tageslicht, machten wir eine kurze Rast, genossen das schöne Wetter und tankten ein wenig Sonnenlicht, ehe wir zum Burgpalast (Budavåri palota) schlenderten.

Budapester Burgpalast (BudavĂĄri palota)

Das Neobarocke GebĂ€ude, das seine heutige Form Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt und Stilelemente aus dem Barock und der Renaissance vereint, ist das grĂ¶ĂŸte GebĂ€ude Ungarns. Die königliche Burg (KirĂĄlyi VĂĄr), wie der Burgpalast offiziell heißt, ist außerdem das höchstgelegene GebĂ€ude Budapests und in weiten Teilen der Stadt gut erkennbar. Es beherbergt diverse Museen (das Ludwig-Museum fĂŒr Zeitgenössische Kunst, die Nationalgalerie, das Historische Meseum, sowie die SzĂ©chenyi-Nationalbibliothek), fĂŒr die wir uns (aus mangelndem Interesse einiger Mitreisender) leider keine Zeit nahmen. Bei meinem nĂ€chsten Besuch der Donaumetropole möchte ich dies aber gerne nachholen.



Booking.com

Trotzdem hinterließ der Burgpalast, schon alleine wegen seiner GrĂ¶ĂŸe, einen bleibenden Eindruck und die weitlĂ€ufigen Terrassen boten spektakulĂ€re Ausblicke auf die Stadt.

Ausblick vom Burgpalast in Richtung Altstadt…
…und in Richtung GellĂ©rtberg (GellĂ©rt-hegy)

Durch den Burggarten ging es wieder hinunter ans Donauufer, wo der beeindruckende Burggarten Basar (VĂĄrkert BazĂĄr) unsere Blicke auf sich zog. Als wir im ReisefĂŒhrer nachlasen, dass das goldgeschmĂŒckte GebĂ€ude, das im 19. Jahrhundert im Neorenaissance Stil errichtet wurde, unter Denkmalschutz steht, wunderte uns das ĂŒberhaupt nicht.

Burggarten Basar (VĂĄrkert BazĂĄr)

Weiter ging es in Richtung ElisabethenbrĂŒcke (ErzsĂ©bet hĂ­d), wo uns am Döbrentei tĂ©r ein mĂ€chtiges Denkmal der Kaiserin von Österreich-Ungarn erwartete und die letzte SehenswĂŒrdigkeit darstellte, ehe wir den GellĂ©rtberg (GellĂ©rt-hegy) erklommen.

Denkmal der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn

Nach etlichen Stufen und gewundenen Wegen, die sich eine halbe Ewigkeit hinzogen, aber immer wieder tolle Fotomotive freigaben, kamen wir fix und fertig oben an.

Blick auf ElisabethenbrĂŒcke (ErzsĂ©bet hĂ­d) in Richtung Pest
Ausblick vom Gellértberg in Richtung Lågymånyos und den IX. Budapester Bezirk

Die Anstrengungen wurden mit dem vielleicht schönsten Blick auf die ungarische Hauptstadt belohnt. An diesem Tag fand ein Volksfest auf dem Gellértberg statt, das uns mit folkloristischen TÀnzen unterhielt und an dessen Buden wir uns, im Schatten der Zitadelle, mit Bier und Långos versorgten.

Budapest-Panorama vom Gellértberg

Als wir genĂŒgend Aufnahmen fĂŒr unsere Fotoalben gemacht und außerdem die Bronzestatuen der Freiheitsstatue (SzabadsĂĄg-szobor) abgelichtet hatten, stiegen wir den sĂŒdlichen Hang des GellĂ©rtbergs, in Richtung Hotel GellĂ©rt (GellĂ©rt szĂĄllĂłda), hinab.

 

Auf unserem Weg hinunter zur Donau fiel uns ein Schild mit der Aufschrift “Felsenkapelle” (Sziklatemplom) auf, das sofort unser Interesse weckte. Auch wenn wir die Kirche nicht auf Anhieb fanden, wollten wir uns diese besondere SehenswĂŒrdigkeit nicht entgehen lassen.

 

Die beeindruckende Felsenkapelle (Sziklatemplom)

Über die FreiheitsbrĂŒcke (SzabadsĂĄg hĂ­d) ging es wieder in Richtung Hotel. NatĂŒrlich nicht, ohne noch ein paar Fotos der SĂŒdflanke des GellĂ©rtsbergs und dem Ausblick von der FreiheitsbrĂŒcke zu schießen.

Blick von der FreiheitsbrĂŒcke (SzabadsĂĄg hĂ­d) auf den Burgpalast
Blick von der FreiheitsbrĂŒcke in Richtung Felsenkapelle

Im Hotel angekommen, wollte sich ein Teil unserer Reisegruppe ein wenig erholen. Der Rest machte sich kurz frisch und danach auf den Weg zum nahe gelegenen Kerepeschen Friedhof (Kerepesi temetƑ). Die Parkanlage mit ihren bekannten Arkaden und Mausoleen ist die letzte RuhestĂ€tte vieler ungarischer StaatsmĂ€nner, Schriftsteller und Wissenschaftler, hatte aber an diesem Abend bereits geschlossen. Einerseits schade, andererseits ein GlĂŒcksfall, ohne den wir die wunderbare Elisabethenkirche (ErzsĂ©betvĂĄrosi plĂ©bĂĄniatemplom), die wir bei unserer anschließenden Erkundung der nĂ€heren Hotelumgebung zufĂ€llig entdeckten, nie zu Gesicht bekommen hĂ€tten.

Elisabethenkirche (Erzsébetvårosi plébåniatemplom)

PĂŒnktlich zum reservierten Termin fanden wir uns wenig spĂ€ter im Restaurant HuszĂĄr ein, wo wir zu deftigem Essen dem Auftritt einer ungarischen Folklore-Band beiwohnen durften.

Das Essen war solide und geschmacklich gut, doch die AtmosphĂ€re in dem rustikal eingerichteten Lokal, fĂŒr unseren Geschmack eine Spur zu touristisch. Dies spiegelte dich auch in den Preisen wieder, die etwas höher lagen, als in den anderen hotelnahen Lokalen. Dennoch ein gutes Restaurant, das wir ebenfalls guten Gewissens weiterempfehlen können.

Tag 4: Parlament, Synagoge und StadtwÀldchen

Am nĂ€chsten Morgen ging es wieder zum Parlament, wo wir fĂŒr 10 Uhr eine FĂŒhrung gebucht hatten. Das beeindruckende GebĂ€ude des ungarischen Architekten Imre Steindl (1839 – 1902) vereint diverse Architekturstile, wie Neogotik, Neoromanik und Neobarock. Einen ganze Reihe von Skulpturen stellt berĂŒhmte ungarische Persönlichkeiten dar. Auf den ersten Blick wird die Ähnlichkeit zum ParlamentsgebĂ€ude des Vereinigten Köngigreichs, Palace of Westminster, deutlich, der dem OrszĂĄghĂĄz, wie die Ungarn es nennen, als Vorbild diente.

Da wir die Besichtigung auf keinen Fall verpassen wollten, fanden wir uns bereits gegen 9:30 am Kossuth Lajos tĂ©r ein, wo wir zunĂ€chst unsere Eintrittskarten abholten, ehe wir uns im angeschlossenen CafĂ© mit HeißgetrĂ€nken stĂ€rkten.

Die FĂŒhrung durch den NordflĂŒgel begann und wir lernten einiges zur Geschichte und der Architektur des GebĂ€udes, aber auch zur Geschichte der Stadt und des ganzen Landes. Die AtmosphĂ€re in den engen, mit rotem Teppich ausgelegten und durch Buntglasfenster erhellten GĂ€ngen, war beeindruckend. Über uns spannte sich ein vergoldeter Kreuzgang, die WĂ€nde waren mit luxuriösen Ornament-Tapeten bedeckt und wir spĂŒrten die Macht, die in jeder Pore dieses GebĂ€udes steckte.

Von Raum zu Raum wurden die GĂ€nge breiter, bis wir irgendwann im herrschaftlichen Kuppelsaal vor der Stephanskrone standen und einen atemberaubenden Blick auf die Prunktreppe erhaschen konnten.

Die Prunktreppe im Budapester ParlamentsgebÀude

Vermutlich wĂŒrden sich selbst einige KönigspalĂ€ste oder –schlösser nach solch einem herrschaftlichen Treppenhaus die Finger lecken. Neben all dem Gold und Marmor stachen insbesondere die Statuen und DeckengemĂ€lde ins Auge, die dem Treppenhaus etwas MajestĂ€tisches und gleichzeitig Sakrales verliehen.

Im Vergleich dazu wirkte der Kongressaal, in dem die FĂŒhrung endete, beinahe bescheiden.

Kongresssaal im Budapester Parlament

Obwohl auch hier viel Gold verarbeitet wurde und wunderschöne Fresken die WĂ€nde zieren, stechen vor allem die hölzernen Tische und BĂ€nke ins Auge, die den Raum eher rustikal wirken ließen.

Auch wenn wir nur einen Bruchteil der knapp 700 RĂ€ume des ParlamentsgebĂ€udes besichtigen durften, hat sich die knapp einstĂŒndige Besichtigung gelohnt. Die 2.400 HUF (knapp 8 €), die wir als EU-BĂŒrger zahlten (Achtung: Nicht-EU-BĂŒrger zahlen 6.000 HUF, was etwa 20 € entspricht), waren gut investiert.

Budapester ParlamentsgebĂ€ude von außen

Wir ließen das ParlamentsgebĂ€ude hinter uns und fuhren mit der M2 zur Großen Synagoge (nagy zsinagĂłga) zurĂŒck. Mit 3.000 PlĂ€tzen ist sie, nach der Synagoge in New York City, das zweitgrĂ¶ĂŸte jĂŒdische Gebetshaus der Welt. Da ich nie zuvor in einer Synagoge war, stand der Besuch des Gotteshauses und des angeschlossenen jĂŒdischen Museums ziemlich weit oben auf meiner to-do-Liste (Eintritt: 4.000 HUF bzw. knapp 13 Euro; Inhaber einer Budapest-Card erhalten 10 % Rabatt).

Da wir bis zur FĂŒhrung durch das Museum noch etwas Zeit hatten, begannen wir mit der Besichtigung der Synagoge, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach PlĂ€nen des österreichischen Architekten Ludwig Förster im maurischen Stil erbaut wurde.

Innenansicht der Budapester Synagoge

Im Gebetsraum wurden zwar hochwertige Materialien verarbeitet, ansonsten wirkte er aber eher schlicht. Da der Grundriss des Innenraums an den einer dreischiffigen Basilika angelehnt ist, wird die Große Synagoge auch “jĂŒdische Kathedrale” genannt. Insbesondere der Thoraschrein mit seinen Schnitzereien und die große Orgel mit 64 Registern lohnten einen nĂ€heren Blick.

Anschließend besuchten wir den Garten inklusive Friedhof und diversen Mahnmalen.

Das Museum beherbergte diverse Objekte des jĂŒdischen Lebens, viele GegenstĂ€nde aus Silber und eine Reihe von Grabsteinen aus dem 3. Jahrhundert. Außerdem beschĂ€ftigte sich die Ausstellung im Holocaust-GedĂ€chtnissaal mit den Ereignissen des 2. Weltkriegs.

Nach so vielen EindrĂŒcken hĂ€tte uns eine kurze Pause sicherlich gut getan. Allerdings wollten wir an unserem letzten Tag in Budapest keine unnötige Zeit verlieren, weshalb wir zur nĂ€chsten Haltestelle der M1 gingen und zum Heldenplatz fuhren.

   

Die antiquiert wirkende Haltestelle HƑsök tere mit ihren weißgekachelten WĂ€nden, den blanken StahltrĂ€gern und den hölzernen FahrkartenhĂ€uschen gefiel mir ausgesprochen gut und steigerte die Vorfreude auf den grĂ¶ĂŸten und symboltrĂ€chtigsten Platz der ungarischen Hauptstadt.

Millenniumsdenkmal (Millenniumi emlĂ©kmƱ) auf dem Heldenplatz (HƑsök tere)

Dominiert wird der Platz seit 1929 vom Millenniumsdenkmal (Millenniumi emlĂ©kmƱ), dessen 36 Meter hohe SĂ€ule und die flankierenden Kolonnaden von Albert Schickedanz und György Zala, den Glanz vergangener Tage bis heute spĂŒrbar machen.

Da sowohl die Kunsthalle (MƱcsarnok), als auch das Museum der Bildenden KĂŒnste (SzĂ©pmƱvĂ©szeti MĂșzeum) an diesem Tag geschlossen waren, spazierten wir in das angrenzende StadtwĂ€ldchen (VĂĄroslige). In dem 1817 von Christian Heinrich Nebbien angelegten Park fand ein Rummel statt, auf dem wir uns – bei ungarischen SpezialitĂ€ten – dann doch eine Pause gönnten.

Wie aus einem MĂ€rchen – der GebĂ€udekomplex der Burg Vajdahunyad (Vajdahunyad vĂĄra)

Nachdem wir den mittelalterlich anmutenden und verwunschen wirkenden GebĂ€udekomplex der Burg Vajdahunyad (Vajdahunyad vĂĄra) angesehen hatten, teilte unsere Gruppe sich auf, da ein Teil ins SzĂ©cheny-Bad (SzĂ©chenyi-gyĂłgyfĂŒrdƑ) wollte, wĂ€hrend die anderen einen Besuch des Zoologisch-Botanischen Gartens (FƑvĂĄrosi Állat- Ă©s NövĂ©nykert) vorzogen.

Ich persönlich war froh, mich fĂŒr das grĂ¶ĂŸte Thermalbad Europas entschieden zu haben, um mich an diesem grauen Tag ein wenig aufzuwĂ€rmen und gleichzeitig die ZuckerbĂ€cker-Architektur zu genießen. Die Tageskarte fĂŒr knapp 5.000 HUF (etwa 16 Euro) inklusive Schrankbenutzung ist fĂŒr ungarische VerhĂ€ltnisse nicht ganz billig. DafĂŒr wird dem Besucher einiges geboten, sodass ein Abstecher zu dieser, bereits etwas in die Jahre gekommenen Anlage, dennoch zum Pflichtprogramm eines jeden Budapest-Besuchs gehören sollte. Wer an der Kasse nicht anstehen möchte, kann die Tickets vorab online kaufen.

Eingang des altehrwĂŒrdigen SzĂ©cheny-Bad (SzĂ©chenyi-gyĂłgyfĂŒrdƑ)

Nach ein paar Stunden trafen wir uns im CafĂ© Kara, direkt an der U-Bahnstation HƑsök tere wieder, wo wir erfuhren, dass der Besuch des Zoos mit 2.800 HUF (etwa 9 Euro) bedeutend gĂŒnstiger war, als der Besuch des Thermalbades und mit seinen ĂŒber 500 Tier- und 2.000 Pflanzenarten, mindestens genauso sehenswert.

Über die AndrĂĄssy Ășt, an der, neben vielen GeschĂ€ften und Shoppingmöglichkeiten auch einige SehenswĂŒrdigkeiten (wie das Opernhaus, das Haus des Terrors und die Ungarische Akademie der Bildenden KĂŒnste) liegen, ging es zurĂŒck in Richtung Innenstadt.

Völlig ausgehungert landeten wir am Abend im Kazimír Bisztró, einem modernen, alternativ angehauchten Lokal, in dem uns drei junge MÀnner einen unvergesslichen Gaumenschmaus bereiteten und den Tag  perfekt abrundeten.

Tag 5: Ausklang (Kaffee, BĂŒcher und Heimreise)

 An unserem Abreisetag wurde unser GepÀck auch nach dem Check-out noch im Hotel  verwahrt, sodass wir ein letztes Mal die Chance hatten shoppen zu gehen, sowie ein paar Souvenirs zu besorgen.

Als letzten Punkt auf unserer to-do-Liste statteten wir dem sehr schön anzusehenden, aber völlig ĂŒberteuerten CafĂ© New York (New York KĂĄvĂ©hĂĄz) unweit unseres Hotels einen Besuch ab, wo es guten Kaffee und leckeren Kuchen gab.

Am frĂŒhen Vormittag verabschiedeten wir eine unserer Mitreisenden, die sich die lange Zugfahrt ersparen wollte und einen Flieger zurĂŒck in die Heimat gebucht hatte. Um die Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges zu ĂŒberbrĂŒcken, besuchten wir das im ReisefĂŒhrer angepriesene Restaurant Rosenstein genau gegenĂŒber des Ostbahnhofes, das MittagsmenĂŒs fĂŒr 2.200 HUF anbieten sollte.

Seit Erscheinen des ReisefĂŒhrers war der Preis offensichtlich auf 2.800 HUF gestiegen, was fĂŒr uns aber kein Problem darstellte. Allerdings verspĂŒrte niemand von uns Lust auf das Tagesgericht – Lunge sĂŒĂŸ-sauer, sodass wir ein wenig tiefer in die Tasche greifen und Gerichte von der regulĂ€ren Karte bestellen mussten. WĂ€hrend wir auf Gulasch, Entenbrust und HĂ€hnchen in Paprikasoßen warteten, fragten wir uns, ob Innereien ĂŒberhaupt koscher sind und genossen das stilvolle Ambiente (fĂŒr das wir uns ein wenig underdressed fĂŒhlten.

Das Essen war lecker und mit durchschnittlich 15 Euro pro Person gar nicht mal so teuer, wie wir es befĂŒrchtet hatten. Zwar war keiner von uns vom Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis ĂŒberzeugt, dennoch wĂŒrde ich dieses schicke Restaurant zu besonderen AnlĂ€ssen weiterempfehlen.

Auf einen Blick – Die Fakten

Einwohner: ca. 1.700.000

Stadtteile: 23 Bezirke

WĂ€hrung: Forint

Optimale Reisedauer: 5 – 7 Tage (im Sommer auch lĂ€nger)

Sprachen: Ungarisch, Englisch, selten auch Deutsch

Adapterstecker nötig?: nein

Und beim nÀchsten Besuch?

Obwohl wir in 4 Tagen Budapest, dank unseres straffen Zeitplans, einiges gesehen haben, konnten wir leider nicht alles anschauen, was uns im ReisefĂŒhrer interessant erschien. Schließlich mussten wir uns eingestehen, dass wir die schiere Anzahl der SehenswĂŒrdigkeiten, sowie die Ausmaße der ungarischen Hauptstadt völlig unterschĂ€tzt hatten.

Bei meinem nĂ€chsten Besuch wĂŒrde ich gerne eines der zahlreichen Museen besuchen; insbesondere im Burgpalast und auf dem Heldenplatz. Auch der Mementopark, die Margareteninsel, sowie der Budapester Zoo stehen auf meinem Wunschzettel. Ganz zu schweigen von all den tollen KaffeehĂ€usern, von denen ich seit meiner RĂŒckkehr gelesen habe.

FĂŒr einen ersten Eindruck und den Wunsch eines Tages in diese wunderschöne Stadt zurĂŒckzukehren, reichte die Zeit aber allemal.


      

Teilen
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Nutzererlebnis bieten zu können. Wenn Sie fortfahren, diese Seite zu verwenden, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind.