Böse Absichten: Krimi von Keigo Higashino

Inhalt

Kurz bevor der Schriftsteller Kunihiko Hikada nach Kanada auswandern will, wird er von seiner Ehefrau Rie und seinem Kollegen Osamu Nonoguchi tot in seinem Arbeitszimmer aufgefunden. Kommissar Kaga muss nicht lange nach möglichen Tätern und deren Motiven suchen. Da ist etwa die Frau, deren Katze Hikada getötet haben soll. Oder die Familie Fujio, die sich durch eines von Hikadas Büchern denunziert fühlt und ihn erfolglos auf Schadenersatz zu verklagen sucht. Nach einem anfänglichen Verdacht kommt der Kommissar nach und nach der Wahrheit auf die Spur.

Erster Satz

Es geschah am 16. April, es war ein Dienstag.

Lesemotivation

Nachdem ich einer Freundin erzählte, dass mich Bücher japanischer Schriftsteller einmal reizen würden, bekam ich diesen Krimi zum Geburtstag geschenkt.

Meinung

“Böse Absichten” von Keigo Higashino, war wie schon erwähnt mein erstes Buch eines japanischen Schriftstellers. Daher kann ich auch nicht beurteilen, ob der Stil des Autors landestypisch ist. In jedem Fall ist er eigen und ganz anders wie der Stil aller Bücher, die ich bisher gelesen habe.

In Berichtform skiziert Osamu Nonoguchi die Ereignisse von Kunihiko Hikadas Todestag und gibt sie Kommissar Kaga zu lesen. Dieser verfasst wiederum eigene Berichte, durch die er auf Ungereimtheiten in Nonoguchis Aufzeichnungen stößt, die weitere Fragen aufwerfen.

Sowohl Osamu Nonoguchi als auch Kommissar Kaga fertigen immer neue Berichte an, in denen die Wahrheit Stück für Stück ans Tageslicht kommt und dem Leser bewusst wird, dass man nichts aber auch wirklich gar nichts beim ersten Lesen glauben darf, ohne die Fakten selbst überprüft zu haben.

“Böse Absichten” war von der ersten bis zur letzten Seite spannend und bewegte sich nach jedem Bericht wieder in eine andere Richtung. Keigo Higashino gelang es wunderbar, den Leser jedes Mal aufs Neue zu verwirren und ihn dazu zu zwingen, seine bisherigen Theorien ein übers andere Mal über Bord zu werfen. Zum Schluss glaubte ich überhaupt nichts mehr von dem, was ich las und entwickelte die abwegigsten Theorien. Sicher wäre das nicht so gekommen, wenn der Roman anders geschrieben oder aufgebaut gewesen wäre und vermutlich war genau das auch das Ziel des Autors.

Obwohl sehr früh im Buch offenbart wird, wer der Täter ist, bleiben der genaue Tathergang und das wahre Motiv bis zum Schluss unklar. Erst auf den letzten Seiten wird alles aufgelöst. Trotzdem hätte es mir persönlich besser gefallen, wenn ich bei der Suche nach dem Mörder länger hätte mit rätseln können. Der Preis wäre allerdings gewesen auf eine ganz neue Leseerfahrung verzichten zu müssen. Und das hat ja auch etwas für sich.

Liebste Szene

Wovon hätte ich denn leben sollen? Körperliche Arbeit traute ich mir nicht zu, dafür war ich nicht robust genug. Noch nie hatte ich meine Lebensuntüchtigkeit so schmerzhaft empfunden.


        
    

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Ein Kommentar

  1. Freut mich zu hören, dass die das Buch gefallen hat und ja, Highashino ist eigtl ein gutes Beispiel für den japanischen Stil.
    Ungünstig ist, dass du hier in einer Reihe mittendrin angefangen hast 😛
    Es ist btw seine Art, mit dem Mörder früh rauszurücken und dann das Geflecht drumherum zu entwickeln.

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